Meat & Greet in zwei Metropolen: Shanghai und Frankfurt

Am Abend ging es also wieder von Bangkok aus Richtung Shanghai. Da man diesmal unsere Rucksäcke nicht durchchecken konnte (um diese Info zu erlangen, warteten wir eine 3/4 Stunde am Schalter!), mussten wir diese in Shanghai wieder einsammeln. Ein Versuch das Gepäck direkt wieder aufzugeben, scheiterte an den Arbeitszeiten des Airportpersonals; der Flughafen war bereits wie ausgestorben. Wir bekamen allerdings den Tipp, die Klamotten morgen früh aufzugeben. Jedenfalls sollte es nun in Richtung Airporthotel (Jingyue 99 Inn) gehen. Da wir bereits wussten, dass es so spät keine Metroverbindungen mehr gibt, hielten wir Ausschau nach Taxiständen. Diese sollten sich an den Ausgängen 3 und 15 befinden. Ausgang 3 hatte leider schon zu, sodass wir einen Ausgang weiter herausgingen. Dies sollte sich als Fehler herausstellen! Gleich am Ausgang sabbelten einen diverse Menschen zu, sie hätten ein Taxi, welches selbstverständlich auch mit Taxameter fahre. Soweit, so gut… Am Taxi angelangt, wurde sogleich auch das Gepäck im Auto verstaut. Hatte der Fahrer aber überhaupt verstanden, wo wir hinwollten? Wir hatten ja bereits unsere Erfahrungen in Bangkok gemacht, was angebliches Wissen über den Zielort angeht. Lieber noch einmal nachgefragt und das Hotel auf der Karte mit chinesischer Straßenbezeichnung gezeigt… Und plötzlich – oh Wunder – wurde aus dem Taxameter ein Festpreis von 200 Yuan (ca. 28 €)! Angeblich, weil es außerhalb seines Bereiches liegt. Bei 6 km Entfernung kaum vorstellbar… Der Preis war jedenfalls nicht akzeptabel. Unser „Hotel“ kostete nämlich beispielsweise nur die Hälfte. Also Gepäck wieder heraus und zurück. Auch der nächste Taxifahrer wollte uns für den völlig überhöhten Preis fahren. Am Ende gingen zwar alle auf 150 Yuan herunter, was aber auch nicht angemessen war. Glücklicherweise wurden wir letztendlich doch noch auf Höhe von Ausgang 15 fündig, wo eine ganze Reihe Taxen brav aneinandergereiht nur durch eine Schlange aus Absperrstangen erreichbar war.  Die kurze Fahrt zum Hotel mit Taxameter kostete dann auch nur 55 Yuan.

Selbst an einem Airporthotel wurde wieder kein einziges Wort Englisch gesprochen, sodass uns immer wieder eine Übersetzungsapp vors Gesicht gehalten wurde. Leider machten die angezeigten Übersetzung oft nur wenig Sinn… Dies wurde allerdings erst beim Auschecken zu einem größeren Problem. Da wir schon in der Nacht den Airportshuttle für 10 Yuan bestellten, gingen wir natürlich davon aus, diesen auch zur gebuchten Zeit, nutzen zu können. Eine Stunde vorher klingelte uns jedoch das Telefon wach: „The Bus! The Bus!“ Unsere Anmerkung, wir wären noch nicht dran (nachts zuvor hatten wir ja ausschließlich die Optionen 7.20 Uhr und 10.20 Uhr erhalten) wurde ignoriert und der Hörer aufgelegt. Halbe Stunde später das gleiche Spielchen. Letztendlich waren wir überpünktlich unten an der Rezeption, von einem Bus allerdings keine Spur.  Am Ende durften wir eine dreiviertel Stunde warten. Hätten wir jetzt einen Flug bekommen müssen, wäre die ganze Sache möglicherweise ordentlich in die Hose gegangen. Da wir jedoch „nur“ möglichst früh in die Stadt wollten, konnten wir relativ sorglos, aber leicht genervt auf den Bus warten.

Vor dem China Eastern Schalter am Flughafen wies uns dann eine ziemlich unfreundliche Stewardess mit den Worten „too early“ zurück. Na super… Glücklicherweise war dort noch eine Kollegin, die für uns nachfragte, ob wir nicht doch schon einchecken könnten. Klappte!

Vom schweren Gepäck befreit, ging es mit der Metro in die Stadt (Linie 2/Linie 10). Am Yuyuan Garden verließen wir die Bahn und schlenderten zunächst durch die klassisch gehaltenen Gassen und Häuser sowie über die Jiu Qu Bridge am Teehaus vorbei.

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Kurze Pause für einen leckeren Snack:

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Danach ging es durch den sehr schönen Yuyuan Garden (30 Yuan Eintritt in der Nebensaison). Der Garten wurde ursprünglich 1559 als Privatgarten erbaut und nach diversen Kriegen 1950 renoviert und wenig später auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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Tempel? Kommen einen evtl. zu den Ohren heraus, aber hier die kitschige Chinavariante: Der City God Temple

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Der Knaller sind die am Motorrad montierten Handschuhe, mir denen hier jeder herumfährt:

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Über die Middle Fangbang Road ging es aus dem Touriezentrum ins „echte“ Shanghai und von dort aus im weiten Bogen zum People’s Square.

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Hier fanden wir zufällig auch die zuvor vergebens gesuchte 1930 Straße, die unterirdisch das Shanghai von damals zeigen soll.

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Über die Nanjing Road, welche DIE Einkaufs- und Futtermeile in Shanghai ist, sollte es zu The Bund gehen. Auf dem Weg trafen wir uns allerdings noch mit Laura, einer sehr guten Freundin von Jorina, die die nächsten Wochen für ein Praktikum in Shanghai ist.

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Bevor wir uns zum Bund bewegten, mussten Jorina und ich jedoch noch eben eine Portion Fleisch auf die Hand nehmen. Der „China-Burger“ war überraschend gut, sodass wir uns leicht ärgerten, nicht noch eine Portion gekauft zu haben.

Shanghai - The Bund

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Zum Abschluss gönnten wir uns noch einen sündhaft teuren Cocktail auf der Rooftopbar „Bar Rouge“, direkt gegenüber vom Bund. Der Ausblick war allerdings jeden Cent wert!

Timo Gansel Jorina Feldberg

Danach mussten wir leider schon wieder zurück zum Flughafen starten. Mit einem erneut aufkommenden Hungergefühl im Magen (man könnte meinen wir wären nur am fressen… :D) entdeckten wir am Flughafen ein Knallerangebot für einen Burger, der sogar noch in unser verbliebenes Minibudget passte. Da uns mal wieder niemand verstand, half ein Fingerzeig auf die Karte und die auf dem Tresen platzierten letzten Münzen. Sehr gutes Teil!

In Frankfurt gelandet, freuten wir uns zunächst diebisch darüber, dass wir durch die automatische Passkontrolle konnten, welche kaum frequentiert wurde. Zack, Reisepass gescannt und durch, während der Großteil der Passagiere (überraschenderweise Chinesen…) in der anderen Schlange zur analogen Kontrolle musste. Am Gepäckband wich dann die Freude… Das minimalistische Band war bereits mit Koffern und Taschen gefüllt, keiner machte jedoch Anstalten sein Gepäck herunter zu nehmen. Dementsprechend stockte der über Infrarotsensoren gesteuerte Gepäckzulauf, sodass keine neuen Gepäckstücke mehr aufs Band fließen konnten. Aber was war da los? Wahrscheinlich gehörten alle Koffer unseren chinesischen Freunden, die noch in der Passkontrolle festhingen… Super! Am Ende sollte es bald eine Stunde sein, die wir warten mussten.

Nachdem wir endlich unsere Rucksäcke entgegen nehmen durften, checkten wir die laufende Couchsurfinganfrage für Frankfurt. Es meldeten sich quasi über Nacht überraschenderweise einige Leute, die uns spontan anboten, bei ihnen zu nächtigen. Weil wir jedoch verdammt müde waren (Jorina hatte lediglich 10 von 12-Flugstunden geschlafen… :P), beschlossen wir schließlich, doch erst einmal ins reservierte Hotel Adler, in unmittelbarer Bahnhofsnähe einzuziehen. Von der Lage her ein absoluter Glücksgriff!

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Nach einem kurzen Powernap von 3 Stunden sollte es weiter gehen. Als erstes schlenderten wir in Richtung des Palmengartens. Auf dem Weg dorthin bestaunten wir eine recht unorthodoxe U-Bahn-Station.

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Da uns der Palmengarten ein wenig zu teuer war (7 € ohne Studentenausweis, der natürlich auf dem Zimmer bzw. zu Hause lag) und wir ohnehin nicht allzu viel Zeit hatten, entschieden wir uns zurück zum Bahnhofsviertel zu bewegen. Hauptentscheidungsträger waren wohl unsere Mägen, denen es nach einer fetten Portion Fleisch hungerte. Kurz abgewogen, welcher der drei nahegelegenen Burgerläden uns am sympatischsten war, fiel die Wahl auf „Der fette Bulle“ (alternativ: Kakadu’s/Fletcher’s Better Burger). Und diese Entscheidung war… weise! 🙂

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Fetter Bulle

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Kurz nach dem Essen meldete sich Annika, mit der wir uns am Morgen bzgl. des Couchsurfings ausgetauscht hatten, dass sie gleich am Bahnhof angekommen würde. Statt der Übernachtung, verabredeten wir uns nämlich zu einer gemeinsamen Stadtbesichtigung, was sich als absoluter Volltreffer entpuppte. Sie führte uns über eine schöne Route durch die Frankfurt und konnte uns hier und da auch ein wenig über die Stadt erzählen. Vor allem aber funkte es menschlich sofort zwischen uns. Man tauschte Erfahrungen und Geschichten aus, als würde man alte Freunde wieder treffen. Toll!

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Von der EZB aus liefen wir über den Grüngürtel zur Frankfurter Flaniermeile, an der Paulskirche und dem Römer vorbei, zum Ufer des Mains, welchen wir mit Hilfe des „Eisernen Stegs“ überquerten.

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Auf der anderen Seite schlenderten wir am Mainufer entlang bis wir uns noch mit einer zweiten Couchsurferin im Kneipenviertel von Sachsenhausen trafen.

Apfelwein

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Zum Abschluss genehmigten wir uns noch einen (oder zwei…) Apfelwein. Wie wir gelernt haben, kannst du nicht einfach drauf los bestellen… Zunächst gilt es zu entscheiden welche Variante du trinken willst:
Stufe 1: Süß-gespritzt (Mischung mit Sprite) Stufe 2: Sauer-gespritzt (mit Mineralwasser verdünnt)
Stufe 3: Pur (für die ganz harten; schmeckt aber anscheinend nach Spülwasser :D)

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Auf dem Rückweg stellten wir noch fest, dass ich scheinbar schon wieder erwartet wurde… Thailand is calling again!

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Bahnhof

Frankfurt war ein wirklich toller Abschluss! Nicht nur, dass wir in den Genuss kamen, nette Menschen mit interessanten Geschichten kennen lernen zu dürfen, auch die Stadt selbst ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.

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Mal sehen, wo es uns als nächstes hintreibt… Südafrika? Nepal? Madagaskar? Südamerika? Wer weiß! 😉

Cheers & Cheese ✌
Timo

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